Eltern auf der Intensivstation

Der ganz normale Wahnsinn


Die Geburt Ihres Kindes gehört zu den wohl bedeutsamsten Erfahrungen Ihres Lebens. Der Übergang zur Elternschaft ist schon bei einer normalen Geburt eine große Herausforderung. Wenn die Geburt jedoch mit Sorgen und einer lebensbedrohlichen Situation für die Mutter oder das Kind einherging, sind Eltern mit ihren Sorgen und Ängsten oft überfordert.

Niemand ist auf eine Frühgeburt, einen angeborenen Herzfehler, eine andere Erkrankung, oder den Besuch auf der Babyintensivstation vorbereitet. Das Auf und Ab in der Zeit auf der Intensivstation, die Sorgen um das Überleben und die fehlende Nähe zum Neugeborenen hinterlassen Spuren bei den Eltern.

Manchmal erkennen Sie sich kaum wieder und vielleicht hören Sie von Freunden oder Bekannten: „Du hast Dich verändert, ich mache mir Sorgen um Dich!“ Diese Stimmung ist eine normale Reaktion Ihrer Psyche auf Ihre Erlebnisse. Studien zeigen, dass nach einer belastenden Geburt und der Zeit auf der Intensivstation etwa 77 Prozent aller Mütter eine posttraumatische Belastungsstörung. Diese kann bis zu vier Jahren nach der Geburt noch spürbar sein. 


Nach der Intensivbehandlung

Nach der Intensivbehandlung berichten Eltern oft, …

  • … dass sie sich oft unkonzentriert, erschöpft, müde, fühlen und dennoch wie unter Strom.
  • ..dass sie sich seit der Intensivbehandlung ihres Kindes verändert haben und sich manchmal nicht wieder erkennen.
  • …dass ihnen die Erlebnisse nach der Geburt und auf der Intensivstation häufig durch den Kopf gehen, ohne dass Sie das beeinflussen können.
  • … dass Kinderarztbesuche oder Nachsorgetermine sie emotional sehr aufwühlen.
  • … dass sie Phasen der Appetitlosigkeit oder Einschlafprobleme haben.
  • …. dass sie manchmal den Impuls zu Weinen haben, aber keine Tränen kommen.
  • …. dass ihnen bei kleinen Anlässen bereits die Tränen kommen, ohne dass sie es kontrollieren können.
  • …. dass sie sich abgestumpft und leer fühlen.

Krisenintervention: Hoffnung für Eltern

Eltern die, die Krise der Geburt und er Intensivphase verarbeiten müssen, brauchen in der Erstversorgung keine klassische Psychotherapie im engeren Sinne, sondern eine Krisenintervention.
Der Unterschied ist leicht zu beschreiben. In der Psychotherapie geht es um die Aufarbeitung vergangener Erfahrung, die Ihnen aktuell Probleme bereit, wie Kinderheitskonflikte die zu Paarkonflikten führen.

In der Krisenintervention geht es um eine aktuelle Krise, die Sie auf Ihrem Lebensweg aus Ihrer Bahn geworfen hat. In dieser Form der Psychologischen Begleitung geben wir Ihnen einen sicheren Rahmen, in dem wir mit Ihnen die Erfahrungen einordnen, damit Sie wieder ein Gleichgewicht und einen stabilen Halt in Ihrem Leben finden.
Wir bieten Ihnen Halt, in einer Zeit in der der Boden unter Ihren Füßen schwindet. Sie finden bei uns die Ruhige Atmosphäre, die Sie brauchen um zur Ruhe zu kommen und den Lärm und die Hektik der Intensivstation hinter sich zu lassen.

Da wir seit 20 Jahren Kindern, die Ihre ersten Lebensmonate auf einer Intensivstation verbracht haben begleiten, wissen wir um die Situation ihres Kindes, die Situtation auf Intensivstationen und um die oft nicht so einfache Zeit nach der Entlassung. Krisenintervention hat sich als wirksam erwiesen.

Durch eine frühzeitige und gezielte Begleitung konnte die Traumarate bei Müttern deutlich gesenkt, das Befinden verbessert und damit die psychologische Gesundheit gefördert werden. Wenn Sie aktuell an Ihre Belastungsgrenzen stoßen, zögern Sie nicht uns aufzusuchen. 


Photo by zaya odeesho on Unsplash

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